Wer in Pension geht, bekommt auf einen Schlag eine beträchtliche Summe aus der Pensionskasse und der Säule 3a ausbezahlt. Doch was geschieht mit diesem Geld? Die Swiss Life-Vorsorgeumfrage 2025 zeigt: Ein grosser Teil der Vorsorgegelder bleibt auf Bankkonten liegen. Genau das kann aber zum Risiko werden. Warum es gerade für Menschen in der Pensionierungsplanung wichtig ist, Finanzwissen aufzubauen und eine passende Anlagestrategie zu entwickeln, und wie Sie Ihr Vorsorgekapital sinnvoll nutzen, erläutern wir hier.

In der Schweiz entscheiden sich immer mehr Neupensionierte für eine Kapitalauszahlung statt für eine lebenslange Rente aus der 2. Säule.

In unserem Blogbeitrag zur Neurentnerstatistik erklären wir, was hinter dem Trend steckt und wie viel Geld Neupensionierte in der Regel erhalten. Mindestens genauso spannend ist die Frage: «Wofür verwenden Rentnerinnen und Rentner in der Schweiz das ausbezahlte Geld?»

Kapitalbezüge landen direkt auf den Bankkonten 

Die Swiss Life-Vorsorgeumfrage 2025 zeigt: Wenn das Kapital aus der PK einmal ausbezahlt ist, liegt es oft brach.

  • Nur rund 30% des Kapitals aus der 2. und/oder der 3. Säule werden nach der Pensionierung angelegt.
  • 37% landen direkt auf dem Bankkonto.
  • 22% werden für die Amortisation einer Hypothek genutzt.
  • 8% fliessen in grössere Anschaffungen wie Immobilien oder Autos.
Blog Vorsorgeparameter_1
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Befragt wurden auch Menschen über 50, die ihr 3a-Guthaben und ihr Pensionskassengeld noch nicht ausbezahlt bekommen haben. Ihr geplanter Verwendungszweck unterscheidet sich nicht fundamental von dem, was die Realität abbildet:

  • Über 50% wollen ihr Kapital anlegen.
  • Tatsächlich betrifft dies aber nur 24% des verfügbaren Kapitals.
Blog Vorsorgeparameter_2
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«Wenn ich nicht mehr arbeite, tut es auch mein Geld nicht?»

Diese beiden Auswertungen legen ein zentrales Muster offen: Viele Pensionierte scheuen sich davor, ihr Vermögen im Alter für sich weiterarbeiten zu lassen. Gründe dafür können fehlendes Finanzwissen und eine hohe Risikoaversion sein, worauf wir in den nächsten Abschnitten genauer eingehen. Aber auch die psychologische Komponente darf nicht unterschätzt werden: Nach Jahren des Sparens fühlt sich die Kapitalauszahlung oft wie ein Sicherheitsnetz an, das man ungern Risiken aussetzt.

Menschen überschätzen zudem oft, wie konsequent sie zukünftige Finanzentscheide umsetzen werden. Sobald grössere Summen auf dem Konto liegen, setzt häufig ein sogenannter «Status-quo-Bias» ein. Man lässt das Geld einfach dort, wo es ist, aus Angst, sonst etwas falsch zu machen.

Ihr Kapital verdient eine durchdachte Strategie.

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Sparen statt anlegen bei Ü50 im Trend

Auch bei der Antwort auf die nächste Frage ergibt sich ein wenig überraschendes Bild: Wer würde zusätzliche CHF 1000 pro Monat anlegen, wer würde sie sparen? Die Altersgruppe ab 35 tendiert klar zum Sparen. Besonders über 65-Jährige investieren kaum noch.

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Und: Finanzwissen macht den Unterschied. Menschen mit grossem Finanzwissen investieren deutlich häufiger als solche mit mittlerem oder geringem Wissen. Die Frage «Sparen oder investieren?» hängt also nicht nur vom Alter ab, sondern auch vom Wissen über Finanzen, Vorsorge und Anlagen.

Tipp: Ergänzend zur Studie wurden auch Menschen auf der Strasse zu ihren Finanzentscheidungen befragt – mit nützlichen bis verblüffenden Antworten. Einen Blick ins Portemonnaie der Zürcherinnen und Zürcher gibt es im Videobeitrag.

Auch beim Sparen droht ein Wertverlust

Nicht nur das eigene Finanzwissen ist entscheidend, sondern auch die persönliche Risikowahrnehmung. Viele Menschen empfinden Aktienanlagen mit zunehmendem Alter als riskanter. Das ist verständlich: Je kürzer der verbleibende Anlagehorizont, desto schwieriger wird es, kurzfristige Marktschwankungen auszugleichen. Gleichzeitig werden solche Schwankungen im höheren Alter oft als belastender wahrgenommen, obwohl der effektive Anlagehorizont häufig noch zehn Jahre oder mehr beträgt.

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Darum stellt sich weniger die Frage, ob man im Alter Geld anlegen sollte, sondern eher wie. Entscheidend ist eine Anlagestrategie, die zur Lebensphase und zum eigenen Sicherheitsbedürfnis passt. Für Menschen kurz vor oder nach der Pensionierung sind breit diversifizierte, eher defensive Anlageformen oft sinnvoll (zum Beispiel mit einer Dividendenstrategie). Sie federn Schwankungen ab und tragen gleichzeitig dazu bei, die langfristige Kaufkraft Ihres Vorsorgekapitals zu erhalten. Wer sein Geld hingegen ausschliesslich auf dem Bankkonto parkiert, geht ebenfalls ein Risiko ein: das Risiko eines schleichenden Wertverlusts.

Der weit verbreitete Glaube, dass sich Geldanlegen im Alter nicht mehr lohnt oder dass eine Anlage immer mit einem hohen Risiko verbunden ist, stimmt so nicht. Zwar ist eine Investition ohne jedes Risiko nicht möglich. Doch auch Sparguthaben sind nicht risikofrei: Bei tiefen Zinsen verliert Vermögen auf dem Bankkonto jedes Jahr an Kaufkraft. Die Preise steigen, während die Rendite auf dem Sparkonto die Teuerung nicht ausgleicht. Das bedeutet konkret: Wer nur spart, kann sich mit seinem Vorsorgegeld langfristig weniger leisten.

Eine gut strukturierte, zur eigenen Situation passende Anlagestrategie kann dieser Entwicklung entgegenwirken. Das gilt auch für Menschen mit einem hohen Sicherheitsbedürfnis oder für Menschen, die sich in ihrem Pensionierungsplanungsprozess befinden.

Tipp: In unserem Blogbeitrag «Geld anlegen im Alter» erklären wir Ihnen ausführlich, weshalb sich eine Geldanlage auch nach dem Erreichen des Pensionsalters noch lohnt und was es dabei zu beachten gibt.

Ihr Vorsorgevermögen verdient eine kluge Entscheidung

Die Entscheidung, wie Sie Ihr Pensionskassengeld nutzen, gehört zu den wichtigsten finanziellen Weichenstellungen im Leben. Wichtig ist dabei, die Risiken und Chancen jeder Option zu kennen. Wer sein Kapital auf dem Bankkonto liegen lässt, verliert langfristig Kaufkraft. Wer alles für kurzfristige Wünsche ausgibt, verliert Stabilität für die Zukunft. Und wer alles in riskante Anlageprodukte investiert, verliert Sicherheit.

Die richtige Balance zwischen Sparen, Ausgeben und Anlegen zu finden, ist nicht immer ganz einfach. Informieren Sie sich, vergleichen Sie Ihre Möglichkeiten und holen Sie sich bei Bedarf professionelle Beratung. Schliesslich soll Ihre finanzielle Sicherheit und Selbstbestimmung im Alter höchste Priorität haben.

Ihre Anlagestrategie: der Schlüssel zum finanziell selbstbestimmten Leben 

Erfahren Sie im Merkblatt «Anlegestrategie», wie Sie die perfekte Anlagestrategie finden.

Senior Wealth Planner

Piero Huwyler

Senior Wealth Planner

Piero Huwyler ist Senior Wealth Planner und Niederlassungsleiter von Swiss Life Wealth Managers am Standort Bern. Als eidg. dipl. Betriebsökonom FH, Absolvent der International Bankers School in New York und Certified Client Relationship Manager verfügt er neben fundiertem Finanzdienstleistungs-Know-how und Bankfachwissen über eine vielseitige, internationale Perspektive. Zusätzlich zu seiner langjährigen Führungs- und Coachingerfahrung bringt er umfangreiche Expertise in der ganzheitlichen Beratung und Betreuung einer anspruchsvollen Anlagekundschaft mit. 

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