Schon in Sichtweite oder noch weit weg? Egal, wo Sie in Ihrer Pensionierungsplanung stehen: Es lohnt sich, einige Dinge zu beachten, um Ihre Zeit im Ruhestand genau so geniessen zu können, wie Sie es sich wünschen.
1. Machen Sie sich bewusst, worum es geht
Wenn es um die Pensionierung geht, stehen für viele die grössten finanzielle Entscheidungen ihres Lebens an. Kein Wunder, kann die Pensionierungsplanung schnell zu einer komplexen Sache werden - besonders wenn Wertschriften, Immobilien oder Guthaben in der 3. Säule bestehen. Rund um die Pensionierung stellen sich Fragen wie:
- Wie kann ich mein Leben nach der Pensionierung planen?
- Was soll ich jetzt tun, um später mehr von meinem Geld zu haben und meine Ziele und Lebensträume zu verwirklichen?
- Wie strukturiere ich mein Vermögen und meine Kapitalbezüge optimal?
- Wie kann ich sicherstellen, dass mein Vermögen für den Rest meines Lebens reicht?
Auch Steuern sind ein grosses und wichtiges Thema, das Sie frühzeitig im Blick behalten sollten.
Es lohnt sich also, sich umfassend mit der eigenen Pensionierung zu befassen – ganz besonders, wenn sie noch zehn oder 15 Jahre weit weg liegt.
2. Profitieren Sie von einer professionellen Pensionierungsplanung
Auch wenn Sie Ihr Leben lang Ihre Finanzen selbst im Griff hatten - jetzt ist es höchste Zeit, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine Pensionsplanung mit einer Expertin oder einem Experten ist zentral, um die Weichen für eine entspannte Pensionierung zu stellen. Sie besteht aus drei Teilen:
- Vermögensübersicht: Einblick in alle aktuellen und die erwarteten Einnahmen und Ausgaben sowie das Vermögen
- Persönliche Ziele: Wünsche und Träume für die Zeit nach der Pensionierung – der wichtigste Punkt
der Pensionierungsplanung, schliesslich soll die Zeit nach der Pensionierung genau so verlaufen, wie Sie es sich vorstellen - Planung: Diskussion über den gewünschten Pensionierungszeitpunkt und Darlegung möglicher
Modelle wie Teilpensionierung oder aufgeschobene Pensionierung
Tools wie der Pensionsrechner können erste Hinweise geben, sind aber sehr schematisch aufgebaut. Sobald die Vermögensverhältnisse etwas komplexer sind, beispielsweise mit einer oder gar mehreren Immobilien, bei Patchworkfamilien oder bei grösseren Vermögenswerten in Wertschriften, lohnt sich eine professionelle Beratung. Insbesondere auch, weil Finanzberaterinnen und Finanzberater Ihnen massgeschneiderte Optimierungsmöglichkeiten angeben und ganz individuell auf Ihre Fragen eingehen können.
Persönliche Beratung
Nutzen Sie die Möglichkeit, sich individuell beraten zu lassen, und alle Themen zu diskutieren, die Ihnen rund um Ihre Finanzplanung und die Pensionierung am Herzen liegen. Melden Sie sich jetzt für ein kostenloses Erstgespräch an.
3. Schaffen Sie sich einen Überblick über Ihre finanzielle Situation
Den aktuellen Lebensstandard beibehalten und finanziell selbstbestimmt leben – das ist in der Regel der grösste Wunsch für die Zeit nach der Pensionierung. Auch für Sie? Dann brauchen Sie als erstes einen umfassenden Überblick über Ihre aktuelle und Ihre künftige finanzielle Situation. Auch dabei holen Sie sich am besten Unterstützung von Finanzexpertinnen und Finanzexperten. Denn die wissen auch, welche Annahmen realistisch sind und können Ihnen helfen, mehr aus Ihrem Geld zu machen.
In einer Beratung wird zuerst ein Finanzplan ausgearbeitet. So wird schnell ersichtlich, ob eine Vorsorgelücke besteht, ob also mit der prognostizierten Vorsorgesituation der aktuelle Lebensstandard nach der Pensionierung nicht mehr weitergeführt werden kann. In der darauffolgenden Pensionierungsplanung werden Varianten und Optimierungsmöglichkeiten besprochen. Das können zusätzliche Sparmöglichkeiten oder steuerliche Aspekte sein. Und nicht zuletzt geht es darum, diese Möglichkeiten so zu planen, dass eine allfällige Lücke geschlossen werden kann.
4. Planen Sie früh - profitieren Sie länger
Je früher Sie sich mit Ihrer Pensionierung auseinandersetzen, umso grösser ist der Gestaltungsspielraum. So sind beispielsweise Einkäufe in die Pensionskasse mit anschliessendem Kapitalbezug nur bis zu drei Jahre vor der Pensionierung zulässig. Und auch ein gestaffelter Bezug der Säule 3a zur Nutzung von Steuervorteilen braucht eine gewisse Vorlaufzeit. Wenn sich jemand erst mit 60 Jahren mit dem Thema beschäftigt, können wir oft nur noch abbilden, was geschieht. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind in solchen Fällen stark eingeschränkt. Geht man das Thema dagegen frühzeitig, also ab 50 bis 55 Jahren, an, kann man den verfügbaren Optimierungsspielraum voll ausnutzen und gegebenenfalls den Sparprozess verstärken und seinen Zielen anpassen - und sich etwas länger auf die Zeit als Pensionärin oder Pensionär freuen.
5. Bauen Sie Ihr Vermögen geschickt auf und aus
Wenn es um den Vermögensaufbau geht, ist der wichtigste Tipp gutschweizerisch: sparen und anlegen.
Am besten geschieht das mit dem langfristigen Aufbau eines diversifizierten Wertschriftenportfolios, das auf die eigene Risikofähigkeit und die Risikobereitschaft abgestützt ist. Sehr zu empfehlen sind auch jährliche
Einzahlungen in die Säule 3a und je nach Situation gestaffelte Einkäufe in die Pensionskasse. Beides bringt nicht zuletzt auch steuerliche Vorteile mit sich.
Was geschieht mit meinem Wohneigentum bei der Pensionierung?
Die Frage konzentriert sich häufig darauf, ob eine Amortisation der Hypothek sinnvoll und möglich ist oder ob man eher darauf verzichten sollte. Da gilt es zuerst einmal die Richtlinien des entsprechenden Finanzierungsinstituts zu prüfen. Die Anforderungen der verschiedenen Hypothekarinstitute unterscheiden sich sehr stark. So akzeptieren einzelne Finanzinstitute praktisch alle Kundenverhältnisse, solange die Belehnung unter 65 Prozent des Werts des Eigenheims liegt. Andere Finanzinstitute verlangen, dass die Hypothek reduziert wird, wenn die üblichen Tragbarkeitsregeln nicht mehr erfüllt sind. Ein Vermögensverzehr wird je nach Institut berücksichtigt. Auch hier gibt es bei der Berechnung grosse Unterschiede. Dabei sollte man sich aber bewusst sein, dass die Amortisation der Hypothek zwar Kosten einspart. Dafür sind die Mittel aber langfristig in der Immobilie gebunden und lassen sich nur schwer wieder herauslösen. Im Bedarfsfall bleibt dann oft nur der Verkauf des Eigenheims, weil sich die Erhöhung der Hypothek als sehr schwierig erweisen kann.
6. Planen Sie nicht nur, prüfen Sie auch nach
Ist eine Pensionierungsplanung einmal gemacht, können Sie sich zumindest ein paar Jahre zurücklehnen – sofern Sie die geplanten Massnahmen einhalten. Drei Jahre vor der geplanten Pensionierung sollten Sie nochmals detailliert überprüfen, ob die ursprüngliche Planung noch aktuell ist. Dies insbesondere auch im Hinblick auf AHV und Pensionskasse, bei denen es Fristen für die Anmeldung oder beim Kapitalbezug zu beachten gilt.
Der Extratipp unserer Expertin: Überprüfen Sie jährlich anhand Ihrer aktuellen Steuererklärung, ob Sie noch auf Zielkurs sind. Falls nein, lohnt sich in der Regel der Beizug einer Fachperson.
Kurz vor der Pensionierung geht es dann wirklich nur noch um die letzten Details. Die sollte man aber nicht unterschätzen: Es geht um sehr weitreichende Entscheide, die unumkehrbar sind. Die Pensionierung ist auch ein guter Zeitpunkt, um sich mit anderen Dingen beschäftigen, die in Zukunft auf Sie zukommen werden - etwa eine saubere Nachlassplanung oder das Verfassen oder Anpassen eines Testaments.
Anita Obrist
Expertin Vorsorge- und Finanzplanung
Anita Obrist ist eidg. dipl. Finanzplanungsexpertin und verfügt über umfassende Fachkenntnisse und langjährige Erfahrung in der Finanzbranche. Derzeit leitet sie das Team Qualitätsmanagement und Ausbildung der Swiss Life Wealth Management AG. Neben einem CAS in Unternehmensnachfolge verfügt sie über einen Abschluss als dipl. Betriebswirtschafterin HF. In ihrer über 20-jährigen Karriere hat sie in verschiedenen Positionen bei unterschiedlichen Finanzinstituten gearbeitet und ist regelmässig als Referentin bei diversen Fachanlässen aufgetreten.