Die steigende Lebenserwartung stellt unsere Altersvorsorge vor Herausforderungen. In Zeiten umfassender Reformen ist es entscheidend, gezielte Massnahmen für die finanzielle Unabhängigkeit im Alter zu ergreifen.

Die durchschnittliche Lebenserwartung ab dem ordentlichen Pensionierungsalter ist in der Schweiz in den letzten 100 Jahren signifikant gestiegen. Diese Entwicklung unterstreicht, dass die private Vorsorge immer wichtiger wird, um einen selbstbestimmten Ruhestand finanziell abzusichern. In Zeiten umfassender Reformen in der Schweiz gewinnt diese Notwendigkeit an zusätzlicher Relevanz. Um den gewohnten Lebensstandard bis ins hohe Alter aufrechtzuerhalten und Lebenswünsche erfüllen zu können, ist es entscheidend, bereits heute gezielt vorzusorgen und Kapital aufzubauen.

Die Altersvorsorge sichert den Lebensstandard immer weniger ab

So erfreulich die steigende Lebenserwartung auch ist: Sie bedeutet eine grosse Herausforderung für die staatliche und die berufliche Altersvorsorge, so dass diese den Lebensstandard nach der Pensionierung immer weniger absichern.

Für die AHV heisst eine steigende Lebenserwartung bei unverändertem Renteneintrittsalter immer längere Rentenbezüge, ohne dass mehr bzw. länger eingezahlt wird. Diese Entwicklung ist massgeblich für die Milliardendefizite mitverantwortlich, die der AHV für die nächsten Jahrzehnte prognostiziert werden.

In der zweiten Säule führt die höhere Lebensdauer zu immer weiter sinkenden Umwandlungssätzen im Überobligatorium. Bei der privaten Vorsorge, also der dritten Säule, hat eine höhere Lebenserwartung nichts anderes zur Folge, als dass das Ersparte immer länger verwaltet und mit Bedacht angelegt werden muss, um den gewohnten Lebensstil zu finanzieren.

Besonders Gutverdienende unterschätzen ihre Lücke in der Vorsorge

Obwohl eine Vorsorgelücke inzwischen keine Ausnahme, sondern vielmehr die Regel ist, wird sie noch immer von den meisten unterschätzt.

Um den bisherigen Lebensstandard beibehalten zu können, werden erfahrungsgemäss nach der Pensionierung etwa 80 Prozent des bisherigen Einkommens benötigt. Tatsache ist, dass AHV- sowie obligatorische und überobligatorische BVG-Leistungen meist nur einen beschränkten Teil des bisherigen Einkommens decken.

Das betrifft besonders Gutverdienende, weil die obligatorische berufliche Vorsorge nur ein Einkommen bis CHF 88 200 (gültig ab 01.01.2023) versichert und Lohnbestandteile, die darüber hinausgehen, in das Überobligatorium fallen. Je nach Ausgestaltung der persönlichen Pensionskassenleistungen kann die Vorsorgelücke bei Personen mit überdurchschnittlichem Einkommen darum besonders hoch ausfallen.

Lücken im Vorsorgenetz

Bei Gutverdienenden kann die Vorsorgelücke je nach Ausgestaltung der überobligatorischen Leistungen der Pensionskasse sehr gross ausfallen.*

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*Das Überobligatorium bezeichnet die Leistungen der Pensionskasse für Lohnbestandteile, die über CHF 88 200 hinausgehen. Die Ausgestaltung des Überobligatoriums variiert von Pensionskasse zu Pensionskasse erheblich.

Die private Vorsorge bringt auch steuerliche Vorteile

Um gezielt Vorsorgekapital aufzubauen, bietet sich das Vorsorgesparen wie Einzahlungen in die Säule 3a oder Einkäufe in die Pensionskasse an.

Für mehr Flexibilität und eine langfristige Absicherung der finanziellen Unabhängigkeit empfiehlt sich, zusätzlich zum klassischen Vorsorgesparen mit Hilfe von Anlagen Vermögen aufzubauen, über das bei Bedarf jederzeit frei verfügt werden kann. Angesichts des fortschreitenden Umbruchs des staatlichen und des beruflichen Vorsorgesystems in Kombination mit weltwirtschaftlichen Unsicherheiten wird es immer relevanter, den individuellen Vermögensaufbau gezielt in die Hand zu nehmen. Entscheidend ist, auch für die unterschiedlichsten Szenarien eine passgenaue Vorsorgelösung zu finden.

Tipp: Eine Vorsorgeberatung unterstützt Sie dabei, selbstbestimmt eine Entscheidung über Ihre finanzielle Zukunft zu treffen, die wirklich zu Ihnen und Ihrer Situation passt. Sorgen Sie rechtzeitig vor und klären Sie wichtige Fragen zum Thema «Vorsorgelücke schliessen» in einem kostenlosen Erstgespräch mit unseren Finanzexpertinnen und Finanzexperten.

Übrigens: Wenn Sie im Detail wissen möchten, wie Sie Ihre Vorsorgelücke schliessen und Ihren Lebensstandard in Zukunft sichern können, empfehlen wir Ihnen unser Merkblatt «Vorsorgelücke schliessen»

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Martin Fuchs

Leiter Vermögensberatung

Martin Fuchs verfügt über einen Master of Arts in Business Administration und mehr als zwölf Jahre Erfahrung in der Finanzindustrie, zuletzt als Niederlassungsleiter Zürich eines unabhängigen Finanzdienstleisters, sowie fünf Jahre Erfahrung in der Unternehmens- und Innovationsberatung. Zusätzlich ist er als Referent bei Fachseminaren und Webinaren zu Anlage- und Vorsorgethemen tätig.

Dies ist ein gekürzter Beitrag aus der Publikation «Wealth Navigator» von Swiss Life Wealth Managers, der  unter anderem in der NZZ erschien ist.

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