Eine Erbschaft verändert vieles. Schliesslich bringt sie nicht nur Vermögen mit sich, sondern eine Menge Emotionen, Erinnerungen – und Fragen. Nicht selten entsteht dabei ein innerer Druck: «Ich sollte jetzt das Richtige tun.» Doch was ist richtig? Und wer hilft dabei, das zu entscheiden?

Erben in der Schweiz

Rund 90 Milliarden CHF werden in der Schweiz jährlich vererbt. Erbinnen und Erben sind meist über 51 Jahre alt*. Umfassende Statistiken dazu, wie viel Geld im Durchschnitt vererbt wird, gibt es nicht – allerdings beträgt das Median-Erbe gemäss Zahlen aus dem Kanton Bern rund 46 000 CHF, während zwei Drittel aller grossen Erbschaften von über 1 Million CHF bei den reichsten zehn Prozent der Bevölkerung landen und das übrige Drittel an die restlichen 90 Prozent der Bevölkerung geht**.

Bei einer Erbschaft Ruhe bewahren

Gerade, wenn ein grösserer Betrag plötzlich verfügbar ist, ist es wichtig, nicht vorschnell zu handeln. Wer sich in dieser Phase die Zeit nimmt, Bilanz zu ziehen – nicht nur finanziell, sondern auch persönlich, – schafft die besten Voraussetzungen, um das Erbe sinnvoll und nachhaltig zugestalten.

Für die meisten Menschen ist eine Erbschaft etwas sehr Persönliches. Sie ist verbunden mit einer Biografie, mit Beziehungen, mit einem Verlust, den es zuerst zu verarbeiten gilt. Es ist ganz normal, wenn man sich
dabei zunächst überfordert fühlt. Nehmen Sie sich zuerst Zeit, den Verlust zu verarbeiten und sich um all die Dinge zu kümmern, die neben der Erbschaft auf Sie zukommen – Administratives, Rechtliches und ganz besonders die persönlichen und emotionalen Aspekte.

Der Schritt von der emotionalen zur finanziellen Klarheit ist nicht immer einfach. Besonders dann nicht, wenn eine Erbengemeinschaft im Spiel ist. In der Schweiz entstehen diese Erbengemeinschaften automatisch, wenn mehrere Personen gemeinsam erben – und das bringt Herausforderungen mit sich.

Hans-Peter erbt das Familienunternehmen

Hans-Peter (53) hat das Familienunternehmen geerbt. Neben der operativen Verantwortung steht er vor strategischen Fragen: Soll die Firma in Familienhand bleiben? Welche Rolle sollen seine Kinder spielen – als Erbende oder aktive Teilhabende?

Mit einer durchdachten Nachfolge- und Vermögensplanung sichert Hans-Peter das Lebenswerk seiner Eltern – und schafft Klarheit für die nächste Generation.

Claire erbt ein komplexes Immobilienportfolio

Claire (56) hat von ihrer Tante drei Mehrfamilienhäuser und ein Ferienhaus geerbt – mit bestehenden Mietverhältnissen, Hypotheken und Instandhaltungsbedarf. Sie steht vor der Entscheidung: verkaufen, behalten oder sanieren?

Claire lässt sich zu Finanzierung, Steuerfolgen und Liquiditätsplanung beraten – und entscheidet, welche Immobilien langfristig in ihre Vermögensstrategie passen.

Matthias erbt Wertschriften und Beteiligungen

Matthias (48) erbt ein gut diversifiziertes Wertschriftendepot und Minderheitsbeteiligungen an zwei Start-ups. Während ihn die Anteile emotional binden, weiss er nicht, ob sie zur eigenen Strategie passen.

Mit einem unabhängigen Portfolio-Review integriert Matthias passende Werte in sein Vermögenskonzept und löst sich gezielt von nicht-zukunftsfähigen Beteiligungen. 

Die grösste Gefahr: nichts tun

Wer sich überfordert fühlt, schiebt Entscheidungen gerne auf. Doch Untätigkeit kann teuer werden – etwa, wenn geerbtes Geld auf einem Sparkonto bleibt. Das ist für den Anfang nicht die schlechteste Lösung, langfristig verliert Ihr Vermögen auf dem Sparkonto aber an Kaufkraft, wirft nur wenige Zinsen ab und wird dabei meist auch nicht sinnvoll in Ihr Gesamtvermögen eingebettet.

Ein weiteres Risiko: Wer ein Vermögen erbt, übernimmt oft Anlageportfolios, ohne diese zu prüfen – und geht damit unbeabsichtigt hohe Risiken ein, zum Beispiel, wenn die Portfolios nicht mit der eigenen Anlagestrategie im Einklang stehen oder nicht optimiert sind. 

  • Eine professionelle Portfolioprüfung kann hier viel Klarheit bringen. Oft lassen sich Risiken vermeiden, Kosten senken und gleichzeitig die Renditechancen verbessern – ohne das Vermögen aus derBalance zu bringen.
  • Auch die steuerlichen Folgen werden oft unterschätzt: Obwohl Erbschaften an direkte Nachkommen und Ehegatten in vielen Kantonen steuerfrei sind, gilt das nicht überall. In Appenzell Innerrhoden,
    Neuenburg oder Waadt
    beispielsweise können auch Nachkommen besteuert werden – in anderen Kantonen wie Zürich oder Bern nicht. Wer hier frühzeitig informiert ist, kann Optimierungsspielräume nutzen.
  • Ein weiterer Punkt, der oft zu Verunsicherung führt: eine unklare Übersicht über das Erbe. Wer erbt, erhält relevante Informationen oft nur stückweise – mal vom Notar, mal von Banken, mal von
    Mit-Erben. Es fehlt ein vollständiges Bild. Genau hier setzt eine strukturierte Beratung an: Vermögen inkl. Vorsorgegelder, Risiken, Steuern und Ziele werden zusammengeführt und in einen verständlichen, umsetzbaren Finanzplan überführt.

Beratung schafft Klarheit

Geld zu erben ,ist mehr als ein finanzieller Zuwachs. Es ist eine Gelegenheit – aber auch eine Entscheidungssituation, die Fingerspitzengefühl verlangt. Deshalb empfehlen wir: Holen Sie sich frühzeitig professionelle Unterstützung. Eine gute Vermögensberatung hilft Ihnen, fundierte Entscheidungen zu treffen, die heute sinnvoll sind – und morgen Bestand haben. Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen, Ihre Wünsche und Ihre Geschichte. Denn jedes Vermögen ist so individuell wie der Mensch, der darüber verfügt.

Geerbtes Geld anlegen – aber richtig

Viele Erbinnen und Erben stehen nach der Erbteilung vor der Frage: «Was mache ich mit dem geerbten Vermögen?» In der aktuellen Zinslage ist klar: Wird das eigene Vermögen nicht angelegt, verliert es langfristig an Wert. Aber: Es braucht eine Anlagestrategie, die zur eigenen Lebenssituation passt – und nicht einfach eine schnelle Lösung «von der Stange».

Eine gut strukturierte Anlagestrategie berücksichtigt:

  • Ihre Lebensphase (etwa den Übergang in die Pensionierung),
  • Ihre Ziele – nicht nur die finanziellen (z. B. Einkommen sichern, Lebensträume verwirklichen, Frühpensionierung, Vermögen weitgeben),
  • Ihre Risikotoleranz – emotional und rechnerisch
  • und bestehende Vorsorge- und Steueraspekte.

Die Weichen stellen – für heute und morgen

Eine Erbschaft kann ein Anstoss sein, die eigene finanzielle Zukunft neu zu ordnen. Vielleicht möchten Sie sich einen lang gehegten Wunsch erfüllen. Vielleicht geht es darum, Ihre Altersvorsorge zu stärken. Oder Sie
möchten gezielt etwas für Ihre Kinder oder Enkel aufbauen. Was auch immer Ihr Ziel ist: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, es zu formulieren – und das geerbte Vermögen klug einzubinden. Auch Stiftungen, Schenkungen oder Nachlassregelungen gehören in diesen Moment. Wer jetzt Klarheit schafft, schützt nicht nur das eigene Vermögen – sondern auch das familiäre Miteinander.

Fünf Fehler, die Sie bei einer Erbschaft nicht machen sollten

  1. Entscheidungen überstürzen – aus Unsicherheit oder Pflichtgefühl
    Nach dem Erbfall steht oft viel auf dem Spiel: Emotionen, Erwartungen und plötzlicher finanzieller Zuwachs. Viele handeln zu schnell –aus dem Impuls heraus, «etwas tun zu müssen». Dabei ist es klüger, zuerst innezuhalten, zu sichten und sich beraten zu lassen.
    Tipp: Lassen Sie sich nicht drängen. Der richtige Moment für Finanzentscheidungen ist dann, wenn Sie den Überblick haben.
  2.  Das Erbe unverändert übernehmen – ohne Prüfung
    Ein geerbtes Portfolio ist selten auf Ihre persönliche Lebenssituation zugeschnitten. Es kann veraltet, zu risikoreich oder ineffizient sein.
    Tipp: Lassen Sie das Erbe – insbesondere Wertschriften – professionell analysieren. Oft lassen sich Kosten reduzieren und Renditechancen erhöhen, ohne das Risiko zu steigern.
  3. Steuerliche Stolpersteine ignorieren
    Erbschaften und Schenkungen an direkte Nachkommen und Ehegatten sind zwar in den meisten Kantonen in der Schweiz steuerfrei, es gilt jedoch, sich dazu genau zu informieren – und auch andere Folgen wie Grundstückgewinnsteuern bei Weitergabe des Erbes werden oft übersehen.
    Tipp: Informieren Sie sich früh über kantonale Unterschiede und mögliche Steueroptimierungen.
  4. Erbengemeinschaften ohne externe Hilfe führen
    Wo mehrere Personen gemeinsam erben, treffen unterschiedliche Interessen aufeinander. Fehlende Koordination führt oft zu Konflikten oder Stillstand.
    Tipp: Ziehen Sie bei Bedarf eine neutrale Beratungsperson und / oder einen Willensvorstrecker bei – für Klarheit, Fairness und langfristige Lösungen.
  5. Das Erbe nicht in Ihre Lebensplanung integrieren
    Eine Erbschaft ist kein «extra Geld» – sie sollte in Ihr Gesamtvermögen, Ihre Altersvorsorge und Ihre Ziele eingebettet werden. Sonst bleibt Potenzial ungenutzt.
    Tipp: Entwickeln Sie mit Finanzexpertinnen und Finanzexperten eine Gesamtstrategie, die Ihr Erbe mit dem Bestehenden verbindet – nachhaltig und zukunftsorientiert.

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Geld zu erben ist mehr als ein finanzieller Zuwachs. Es ist eine Gelegenheit – aber auch eine Entscheidungssituation, die Fingerspitzengefühl verlangt. Unsere Checkliste hilft Ihnen, fundierte Entscheidungen zu treffen, die heute sinnvoll sind – und morgen Bestand haben.

Senior Wealth Planner

Piero Huwyler

Senior Wealth Planner

Piero Huwyler ist Senior Wealth Planner und Niederlassungsleiter von Swiss Life Wealth Managers am Standort Bern. Als eidg. dipl. Betriebsökonom FH, Absolvent der International Bankers School in New York und Certified Client Relationship Manager verfügt er neben fundiertem Finanzdienstleistungs-Know-how und Bankfachwissen über eine vielseitige, internationale Perspektive. Zusätzlich zu seiner langjährigen Führungs- und Coachingerfahrung bringt er umfangreiche Expertise in der ganzheitlichen Beratung und Betreuung einer anspruchsvollen Anlagekundschaft mit. 

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