Swiss Life-Chefökonom Marc Brütsch und Swiss Life Wealth Managers-CIO Dr. Peter Kaste beleuchten im aktuellen Quartalsvideo, was uns im 2. Quartal 2026 an den Finanzmärkten erwartet, und erläutern, was für Anlegerinnen und Anleger wichtig ist.

Weltwirtschaft im Zeichen des Iran-Kriegs: Wiederholt sich die Krise von 2022?

Es war das prägende Ereignis im ersten Quartal: Der Angriff der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar. Der Iran-Krieg wird die Weltwirtschaft im nächsten Quartal prägen, insbesondere die Energiemärkte.

Grösstes Augenmerk wird weiterhin den Geschehnissen an der Strasse von Hormus im Persischen Golf zukommen: Sie gilt als weltweit wichtigster Transportweg für Erdöl- und Flüssiggasexporte. Fast 20% des weltweiten Ölbedarfs werden täglich über diese Route transportiert. Wie lange die Strasse von Hormus gesperrt bleibt, ist entsprechend hochrelevant – nicht nur für die Transport-, Energie- und Chemie-Branche, sondern auch für die gesamte Weltwirtschaft.

Marc Brütsch und Dr. Peter Kaste zeigen im aktuellen Quartalsvideo Szenarien für die weitere Entwicklung des Konflikts und entsprechende Reaktionen der Finanzmärkte und beantworten die grosse Frage: «Wiederholt sich nun die Krise von 2022?»

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Der Iran-Krieg sorgt für erhöhte Unsicherheit und steigende Volatilität an den Märkten, nicht zuletzt infolge des Ölpreisschocks, der sich bereits bemerkbar macht.
 
Historisch betrachtet haben geopolitische Konflikte jedoch selten langfristige Auswirkungen auf die Finanzmärkte: Sobald es Anzeichen einer Deeskalation gibt, können sich die Kurse oft rasch erholen.
 
Vor diesem Hintergrund stellen sich viele Anlegerinnen und Anleger verständlicherweise die Frage, ob jetzt der richtige Zeitpunkt ist, Anlagerisiken einzugehen. Grundsätzlich gilt weiterhin: Wer über einen langfristigen Anlagehorizont sowie die nötige Risikofähigkeit und -bereitschaft verfügt, um dynamisch zu investieren, kann auch in der aktuellen Situation investiert bleiben oder selektiv Chancen nutzen.
 
Deutlich herausfordernder ist die Lage für sehr defensive Anlegerinnen und Anleger sowie für Sparerinnen und Sparer. Wer sein Vermögen primär in Sparkonten oder Obligationen mit niedrigen oder sogar negativen Realzinsen hält, läuft Gefahr, insbesondere in einem schwachen wirtschaftlichen Umfeld an Kaufkraft zu verlieren und nur begrenzt von einer Markterholung zu profitieren.

Die Strasse von Hormus ist der wichtigste Transportweg für Erdöl und Flüssiggas weltweit. Rund 20% des globalen Ölbedarfs werden täglich über diese Route abgewickelt. Üblicherweise passieren zwischen 50 und 100 Schiffe die Meerenge täglich. Seit Kriegsbeginn ist der Schiffsverkehr um 90% zurückgegangen.

Dieser Rückgang ist unter anderem auf die drastisch gestiegenen Versicherungsprämien zurückzuführen: Für die Durchfahrt zahlt ein Supertanker inzwischen bis zu USD 1,2 Millionen – im Vergleich zu etwa USD 40 000 unter normalen Umständen. Der Hauptgrund für den reduzierten Schiffsverkehr dürften allerdings nicht die Versicherungsprämien sein, sondern die Angst der Reedereien, unter Beschuss zu geraten.

Für den Iran ist die Strasse von Hormus das geopolitisch grösste Druckmittel: Seit Kriegsbeginn ist sie de facto gesperrt – mit weitreichenden Auswirkungen auf die Weltwirtschaft: Eine plötzliche Verknappung des Ölangebots treibt nicht nur die Preise in die Höhe (wie bereits geschehen), sondern kann auch einen negativen Angebotsschock auslösen. Das wiederum hätte Auswirkungen auf einzelne Branchen – etwa Industrie, Transport und Chemie –, aber auch auf die globale Wirtschaft insgesamt. Derzeit lässt sich das reduzierte Angebot jedoch noch teilweise durch gut gefüllte Öllager abfedern.

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Marc Brütsch, Chefökonom von Swiss Life

Marc Brütsch ist Chefökonom von Swiss Life. Nach Abschluss seines Studiums der Volkswirtschaftslehre und der Publizistikwissenschaften an der Universität Zürich im Jahre 1993 stiess er zu Swiss Life. Seit März 2000 bekleidet er die Funktion des Chief Economist, seit 2006 ist er Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung von Swiss Life Asset Managers. Neben seiner beruflichen Tätigkeit sitzt er in zwei Geschäftsleitenden Ausschüssen an der Universität St. Gallen. Gemeinsam mit seinem Team wurde er mehrfach mit dem «Forecast Accuracy Award» für die beste BIP- und Inflationsprognose für die Schweiz und die Eurozone ausgezeichnet. 

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Dr. Peter Kaste, Chief Investment Officer bei Swiss Life Wealth Managers

Dr. Peter Kaste ist Chief Investment Officer bei der Swiss Life Wealth Management AG. Er ist promovierter Physiker, CFA Charterholder, Mitglied der Swiss CFA Society sowie Dozent an der Hochschule Luzern – Wirtschaft. Nach seiner Promotion war Peter Kaste während mehrerer Jahre als Wissenschaftler an der École Polytechnique (Paris) sowie an der ETH Zürich tätig. Seit 2006 arbeitet er im Asset Management. Von 2008 bis 2023 baute er das Quantitative-Research-Team von Swiss Life Asset Managers auf und leitete es. Seit 2024 leitet er als Chief Investment Officer das Investment Management von Swiss Life Wealth Managers.

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