Die aktuelle Situation an den Börsen und den Märkten verunsichert viele Anlegerinnen und Anleger. Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um Geld zu investieren – oder gerade nicht? Und wenn doch: Sollte man schrittweise anlegen oder alles auf einmal? Klar ist: Wer auf den richtigen Zeitpunkt wartet, verliert in der Regel Rendite.
Den optimalen Zeitpunkt zum Anlegen gibt es nicht
Die meisten Expertinnen und Experten sind sich einig: Den optimalen Zeitpunkt zum Anlegen kann man nicht mit Sicherheit vorhersagen, da niemand die Zukunft und damit die Entwicklung der Kapitalmärkte kennt. Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass es eigentlich keinen falschen Zeitpunkt gibt, um Geld zu investieren. Der grösste Fehler ist auf lange Sicht vielmehr, es überhaupt nicht zu tun und damit jegliche Chance auf Rendite zu verpassen.
Wer gerade in volatilen Börsenzeiten das Risiko verringern will, mit seiner Investition hohe Verluste zu vermeiden, setzt gerne auf den sogenannten Durchschnittskosteneffekt – auch bekannt als Cost Average Effect, Cost-Average-Effekt, Durchschnittspreiseffekt und Durchschnittspreismethode.
Wer regelmässig investiert, liegt im Durchschnitt richtig
Bei dieser Art von Anlagestrategie investiert man über einen längeren Zeitraum in regelmässigen Abständen (z. B. monatlich) immer denselben Betrag in dasselbe Wertpapier oder denselben Fonds, und zwar unabhängig von aktuellen Kursschwankungen an der Börse und Finanzmarktentwicklungen.
Je nach Marktlage bekommt man für sein Geld also je nach aktuellem Kursstand des Wertpapiers mehr oder weniger Anteile. Der Cost Average Effect beschreibt das Phänomen, dass man dabei auf lange Sicht pro investiertes Kapital durchschnittlich mehr Anteile erhält, als wenn man jeweils eine fixe Menge Anteile erworben hätte (s. Grafik).
Der Durschschnittskosteneffekt grafisch dargestellt
Wer in diesem Beispiel fünfmal CHF 100 investiert, bekommt dafür insgesamt 5,66 Anteile. Hätte man alternativ jedes Mal einen Anteil erworben, hätte man ebenfalls CHF 500 investiert (CHF 100 + CHF 150 + CHF 100 + CHF 50 + CHF 100), dafür aber nur 5 Anteile erhalten.
Vorschnelle Entscheidungen vermeiden und langfristig denken
Ein solch regelmässiges Investieren fixer Beträge verspricht langfristig nicht nur eine höhere Rendite und gleicht Marktschwankungen aus. Es reduziert auch die Gefahr, sich genau dann einzukaufen, wenn die Anlage einen Höchststand hat.
Ein weiterer Vorteil des Durchschnittskosteneffekts: Gerade in unsicheren Zeiten wird man durch ein kontinuierliches Anlegen davon abgehalten, vorschnell emotionale Entscheidungen zu treffen und damit unnötige Verluste zu riskieren oder zu lange damit zu warten, überhaupt zu investieren.
Lesen Sie mehr darüber, warum sich ein langfristiges Vorgehen beim Anlegen auszahlt und welche typischen Fehler Sie beim Investieren vermeiden sollten, im Merkblatt «Anlegen mit der richtigen Strategie».
Welche die richtige Anlagestrategie für einen selbst ist, hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab – zum Beispiel den Lebensumständen, den individuellen Zielen, der finanziellen Situation und der eigenen Risikobereitschaft. Es empfiehlt sich darum unbedingt, die persönliche Ausgangslage und die Zielvorstellungen ganzheitlich von einer Finanzexpertin oder einem Finanzexperten beleuchten zu lassen. In jedem Fall ist für den Erfolg von Anlagen entscheidend, finanzielle Ziele frühzeitig zu planen und beim Anlegen langfristig zu denken und zu handeln – erst recht in Zeiten, in denen es an den Weltmärkten unruhig zu- und hergeht.
Sie möchten mehr darüber erfahren, welche Anlagestrategie zu Ihnen und Ihren persönlichen finanziellen Zielen passt? Gerne beraten wir Sie dazu in einem unverbindlichen und kostenlosen Erstgespräch.
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Dr. Peter Kaste
Leiter Financial Engineering Swiss Life Asset Managers
Dr. Peter Kaste leitet das Financial-Engineering-Team von Swiss Life Asset Managers. Er ist promovierter Physiker, CFA Charterholder und Mitglied der Swiss CFA Society.