Die Schweizer Wirtschaft und der heimische Aktienmarkt haben den Zollschock vom 1. August bisher gut verkraftet. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die wichtigsten Exportgüter bisher von Zöllen ausgenommen sind. Gleichzeitig gerät die amerikanische Zentralbank zunehmend unter politischen Druck, was den US-Dollar belastet und die US-Inflationserwartungen steigen lassen kann. An den Finanzmärkten sorgte die erste Zinssenkung des Fed in diesem Jahr für Erleichterung – die Kurse setzen ihre Rally fort.

Das Wichtigste im Überblick

Am 1. August wurde die Schweiz von der Verhängung hoher US-Importzölle überrascht: Auf bestimmte Waren aus der Schweiz erhebt die US-Regierung Abgaben von bis zu 39%. Besonders schmerzlich für die Schweizer Industrie ist dabei, dass wichtige Wettbewerber mit deutlich niedrigeren Zöllen belegt worden sind. Der Effekt auf die Schweizer Wirtschaft und den Aktienmarkt ist bisher allerdings gering, da mit pharmazeutischen Produkten und Gold die beiden wichtigsten Exportgüter bisher von Zöllen ausgenommen sind.

Grössere Sorgen bereitet den Finanzmärkten derzeit die zunehmende politische Einflussnahme der US-Regierung auf die amerikanische Zentralbank (Fed). Durch die Neubesetzung von Vakanzen im Federal Reserve Board mit Gefolgsleuten sowie durch den Versuch, eine Gouverneurin dieses Boards zu entlassen, strebt die Regierung nach direktem Einfluss auf die US-Geldpolitik. Doch gerade die politische Unabhängigkeit der Zentralbank ist entscheidend, um die Inflationserwartungen stabil zu halten und das Vertrauen in den US-Dollar nicht zu gefährden.

Das Fed selbst befindet sich aktuell in einer Zwickmühle: Während das Ziel der Preisstabilität weiterhin eine restriktive Geldpolitik benötigen würde, legt ein sich abkühlender US-Arbeitsmarkt Zinssenkungen nahe. Mit der ersten Zinssenkung dieses Jahres am 17. September hat das Fed dem Arbeitsmarkt den Vorrang gegeben.

Anlegerinnen und Anleger reagierten erleichtert und rechnen nun mit weiteren Zinssenkungen. Fallende Leitzinsen bei einer noch immer robusten Konjunktur und bei steigenden Unternehmensgewinnen geben der seit April anhaltenden Börsenrally weiteren Schwung.

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Was bedeutet der Zollschock des 1. August für die Schweiz?

Am 1. August feierten die Schweizer nicht nur den Nationalfeiertag, sie wurden auch durch die Verhängung von US-Importzöllen auf Schweizer Waren in der Höhe von 39% überrascht. Besonders schmerzlich: Lediglich Laos, Myanmar und Syrien sind mit noch höheren Zöllen von 40% bis 41% belastet worden, während alle wichtigen Wettbewerber mit deutlich niedrigeren Zöllen in Höhe von 10% bis 20% belegt worden sind. Neben dem starken Schweizer Franken mindern nun auch die höheren Importzölle die Wettbewerbsfähigkeit von Schweizer Firmen auf dem US-Markt.

Allerdings gelten bei den am 1. August verhängten Importzöllen dieselben Ausnahmen wie bereits bei den Zöllen vom 2. April. Von den Abgaben ausgenommen bleiben die beiden wichtigsten Schweizer Exportgüter:

  • pharmazeutische Produkte 
  • Gold

Wie Abbildung 1 zeigt, exportierte die Schweiz im Jahr 2024 Waren im Wert von insgesamt USD 73 877 Mrd. in die USA. Davon entfielen mit einem Wert von USD 35 449 Mrd. ca. 48% auf pharmazeutische Produkte. Mit USD 15 727 Mrd. bzw. 21,3% sind Edelmetalle und Schmuck die zweitwichtigste Warengruppe, wobei Gold den Grossteil dieser Warengruppe ausmacht.

4. CIO Update Abbildung 1
4. CIO Update Abbildung 1

Abbildung 1: Die US-Importe aus der Schweiz werden durch pharmazeutische Produkte und Edelmetalle dominiert. Uhren, Präzisionsinstrumente und Maschinen sind weitere wichtige Produktgruppen, welche unter den Zöllen vom 1. August leiden. Quellen: United Nations Comtrade Database, Swiss Life Wealth Managers

Erfolgreicher Schweizer Aktienmarkt trotz Zollschock

Die Ausnahme dieser beiden wichtigen Exportgüter dürfte ein wesentlicher Grund sein, warum der Schweizer Aktienmarkt auf den Zollschock kaum reagierte. Im Gegenteil: Im Monat August gehörte der Schweizer Aktienmarkt (SPI Index) mit einer Rendite von 2,31% gemessen in Schweizer Franken sogar zu den weltweit besten Aktienmärkten.

Daneben gibt es weitere Erklärungen:

  • Erstens besteht die Hoffnung, dass die Schweiz den US-Präsidenten mit weiteren Zugeständnissen zu einer Reduktion der Zölle wird bewegen können.
  • Zweitens ist rechtlich unklar, ob US-Präsident Trump überhaupt berechtigt ist, unter der International Emergency Economic Powers Act (IEEPA), auf die er sich beruft, Zölle in diesem Umfang zu verhängen. Zwei US-Gerichte haben dies bereits verneint, der US Supreme Court wird im Oktober über diese Frage entscheiden.
  • Drittens ist zwischen der Volkswirtschaft und dem Aktienmarkt zu unterscheiden. Eine Abnahme von Exporten aus der Schweiz schmälert das BIP, belastet den Schweizer Arbeitsmarkt und reduziert die Steuereinnahmen des Staates. Für global tätige Schweizer Firmen, die Produktionsstandorte im Ausland haben, die Produktion ins Ausland verlagern und den US-Markt von dort bedienen können, ist der Schaden jedoch überschaubar. Ein Aktienmarkt, der von global agierenden Firmen dominiert wird, kann sich bei einem Zollstreit durchaus besser entwickeln als die lokale Volkswirtschaft. Hersteller, für welche «Swiss Made» ein wichtiges Verkaufsargument ist, leiden allerdings besonders stark unter den Zöllen. Hierzu gehört zum Beispiel die Uhrenindustrie.

Die Ökonomen von Swiss Life haben die Prognose zum BIP-Wachstum für die Schweiz über die nächsten Quartale nach unten korrigiert. Je länger die Zollschere gegenüber den Wettbewerbern bestehen bleibt, desto stärker dürfte eine Verlagerung von Produktionskapazitäten ins Ausland das Schweizer Wirtschaftswachstum belasten.

Quo vadis Pharmastandort Schweiz? 

Wie ein Damoklesschwert hängt die Drohung von US-Importzöllen auf pharmazeutische Produkte über der Schweizer Wirtschaft. In der Nacht vom 25. auf den 26. September hat der US-Präsident auf seinem sozialen Netzwerk die Nachricht verbreitet, dass ab Oktober Importzölle von 100% auf pharmazeutische Produkte gelten sollen – es sei denn, die betroffenen Firmen bauen neue Produktionsstätten in den USA. Details zu dieser Ankündigung oder eine offizielle Executive Order gibt es bisher noch nicht.

Die Aktienkurse der beiden Pharmaschwergewichte Novartis und Roche haben mit Tagesrenditen von +0,41% (Novartis) und –0,59% (Roche) massvoll auf diese Ankündigung reagiert. Beide verfügen über Produktionskapazitäten in den USA und haben die Vorräte dort bereits signifikant erhöht, um der Einführung von Zöllen zuvorzukommen. Dies verschafft ihnen etwas Zeit, die neue Situation zu analysieren.

Politischer Druck und steigende Arbeitslosigkeit in den USA 

Die amerikanische Zentralbank (Fed) befindet sich derzeit in einer anspruchsvollen Lage. Sie hat ein duales Mandat, unter dem sie nicht nur die Geldwertstabilität sicherstellen, sondern auch für Vollbeschäftigung sorgen soll.

Die US-Inflation lag per Ende August mit 2,9% über dem Zielwert des Fed, bei steigender Tendenz. Verstärkt wird dieser Trend durch die Politik der US-Regierung: Neue Zölle, eine äusserst expansive Fiskalpolitik und eine restriktive Immigrationspolitik treiben die Teuerung weiter an (siehe Abbildung 2).

4. CIO Update Abbildung 2
4. CIO Update Abbildung 2

Abbildung 2: Die US-Inflation liegt über dem Zielniveau des Fed und ist zuletzt angestiegen. Die US-Importzölle lassen einen weiteren Anstieg der Inflation vor allem im Bereich der Kerngüter erwarten. Der grau hinterlegte Bereich zeigt die erwartete Entwicklung der Inflation im Basisszenario von Swiss Life. Quellen: Swiss Life Asset Managers, Swiss Life Wealth Managers

Stellenrückgang in den USA – prominente Entlassung im BLS

Am 1. August publizierte das amerikanische Bureau of Labor Statistics (BLS) seinen monatlichen Arbeitsmarktbericht für Juli. Darin wurden die Anzahl Arbeitsstellen (ausserhalb der Landwirtschaft) der beiden Vormonate deutlich nach unten revidiert:

  • um 125 000 Stellen für Mai
  • um 133 000 Stellen für Juni

Im Bericht vom 5. September für den Monat August musste die Veränderung der Anzahl Stellen für Juni nochmals um 27 000 Stellen nach unten auf nunmehr –13 000 Stellen korrigiert werden. Damit wurde erstmals seit Dezember 2020 wieder ein Stellenrückgang ausserhalb der Landwirtschaft ausgewiesen (siehe Abbildung 3).

Eine Abkühlung des US-Arbeitsmarktes war als Folge der erratischen US-Handelspolitik erwartet worden. Dennoch entliess US-Präsident Trump die Leiterin des Bureau of Labor Statistics, Erika McEntarfer, unter dem unbegründeten Vorwurf, die Arbeitsmarktdaten zu seinen Ungunsten manipuliert zu haben.

4. CIO Update Abbildung 3
4. CIO Update Abbildung 3

Abbildung 3: Die revidierten monatlichen Arbeitsmarktberichte des Bureau of Labor Statistics (BLS) deuten auf eine Abkühlung des amerikanischen Arbeitsmarktes. Im Juni dieses Jahres ist die Anzahl der Arbeitsstellen ausserhalb der Landwirtschaft erstmals seit Dezember 2020 gefallen. Quellen: Bureau of Labor Statistics (BLS), Bloomberg, Swiss Life Wealth Managers

Diese Arbeitsmarktberichte stellten das Fed aufgrund seines dualen Mandats vor ein Dilemma: Sollte es die Geldpolitik restriktiv halten, um die Inflation zu senken, oder die Zinsen senken, um den Arbeitsmarkt zu stützen?

Am 17. September entschied sich das Fed für Letzteres und senkte zum ersten Mal in diesem Jahr den Leitzins (obere Grenze des Zielbands der Fed Fund Rate) von 4,5% auf 4,25%.

Der politische Druck auf das Fed nimmt zu

Der Der US-Regierung ist die Geldpolitik der Notenbank allerdings weiterhin zu restriktiv. Sie wünscht sich niedrigere Zinsen, denn damit liesse sich die Wirtschaft stimulieren und zugleich das hohe Budgetdefizit günstiger finanzieren.

Insbesondere der Fed-Vorsitzende Jerome Powell sieht sich seit Langem harschen verbalen Attacken des US-Präsidenten ausgesetzt. Diese sind zwar stillos, haben die Geldpolitik des Fed bisher aber nicht beeinflusst. Weit bedenklicher sind die Versuche der US-Regierung, das Führungsgremium des Federal Reserve Systems – das sogenannte Board of Governors – mit Gefolgsleuten neu zu besetzen.

Abbildung 4 zeigt die Struktur des amerikanischen Federal Reserve Systems auf.

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Abbildung 4: Die Struktur der US-Zentralbank besteht aus drei wesentlichen Elementen: dem Federal Reserve Board of Governors als Leitungsgremium, den zwölf regionalen Federal-Reserve-Banken als operativen Einheiten sowie dem Federal Open Market Committee, welches die geldpolitischen Entscheide trifft. Quellen: Federal Reserve, Swiss Life Wealth Managers

So setzt sich das Fed zusammen 

Das Federal Reserve Board besteht aus sieben Gouverneuren, die jeweils für eine 14-jährige Amtszeit berufen werden. Sie werden vom US-Präsidenten nominiert, müssen vom Senat bestätigt werden und können nur aus triftigem Grund durch den US-Präsidenten entlassen werden.

Diese Regeln sichern die politische Unabhängigkeit des Gremiums und der Zentralbank. Der Vorsitzende und der Vizevorsitzende des Federal Reserve Boards werden für eine Amtszeit von jeweils vier Jahren aus dem Kreis der sieben Gouverneure durch den US-Präsidenten nominiert und vom Senat bestätigt.

Das Board leitet das Federal Reserve System und bestätigt unter anderem die Präsidenten und Vizepräsidenten der zwölf regionalen Federal-Reserve-Banken für Amtszeiten von jeweils fünf Jahren.

Das Federal Open Market Committee, welches die geldpolitischen Entscheide trifft, besteht aus insgesamt zwölf Mitgliedern mit Stimmrecht:

  • allen sieben Gouverneuren des Federal Reserve Boards,
  • dem Präsidenten der regionalen Federal-Reserve-Bank von New York
  • sowie vier weiteren Präsidenten der übrigen regionalen Federal-Reserve-Banken auf jährlich rollierender Basis.

Die Präsidenten der weiteren sieben regionalen Federal-Reserve-Banken dürfen zwar an den Diskussionen des Federal Open Market Committees teilnehmen, haben aber kein Stimmrecht.

Die Gouverneure können sowohl durch das eigene Abstimmungsverhalten im Federal Open Market Committee als auch durch die Bestätigung der Präsidenten der regionalen Federal-Reserve-Banken Einfluss auf die US-Geldpolitik ausüben.

Steigender Einfluss der US-Regierung

Von den sieben bisherigen Gouverneuren fallen die beiden durch Trump in seiner ersten Amtszeit nominierten Gouverneure Michelle Bowman and Chris Waller durch abweichendes Abstimmverhalten zugunsten der US-Regierung auf.

Mit der Neubesetzung des Postens von Adriana Kugler, die am 1. August dieses Jahres zurücktrat, durch den Vorsitzenden des Council of Economic Advisors, Stephen Miran, wurde ein dritter Gefolgsmann Trumps im Board of Governors installiert.

Jerome Powells Amtszeit als Vorsitzender endet am 15. Mai 2026; obwohl seine Amtszeit als Gouverneur erst am 31. Januar 2028 endet, wird erwartet, dass er im Mai 2026 auch von seinem Gouverneursposten zurücktritt. Dies kann der US-Regierung die Möglichkeit eröffnen, einen vierten Gefolgsmann zu positionieren.

Zusätzlich ordnete Donald Trump am 25. August die Entlassung der demokratischen Gouverneurin Lisa Cook an – mit der Begründung, sie habe vor ihrer Ernennung zur Fed-Gouverneurin falsche Angaben in zwei Hypothekenanträgen gemacht. Da Lisa Cook rechtlich gegen ihre Entlassung vorgeht, darf sie ihr Amt bis zu einer gerichtlichen Entscheidung weiter ausüben.

Das Vorgehen der US-Regierung gegen bestehende Gouverneure des Federal Reserve Boards zielt eindeutig auf eine politische Einflussnahme im Führungsgremium der amerikanischen Zentralbank. Die politische Unabhängigkeit einer Zentralbank ist jedoch absolut entscheidend, um Inflationserwartungen zu verankern und das Vertrauen der Anlegerinnen und Anleger in die Währung nicht zu verlieren.

Risiken einer politisch motivierten Geldpolitik

Eine politisch motivierte, zu expansive Geldpolitik kann zu steigender Inflation und tiefen oder sogar negativen Realzinsen führen. Das erlaubt Schuldnern, unter anderem auch dem Staat, eine günstige Verschuldung und kann kurzfristig die Nachfrage stimulieren. Wer spart und/oder in Obligationen anlegt, leidet unter einer solchen Geldpolitik, da ihre Kaufkraft durch Inflation sinkt. Die Währung wertet in diesem Fall ab. Auch wenn eine Zentralbank die kurzfristigen Zinsen künstlich tief hält, werden die langfristigen Zinsen am Finanzmarkt durch Angebot und Nachfrage bestimmt und sollten tendenziell steigen. Um dies zu verhindern, könnte die Zentralbank eingreifen, zum Beispiel, indem sie:

  • selbst lang laufende Staatsanleihen kauft,
  • durch Finanzmarktregulierung die Finanzinstitute zwingt, mehr lang laufende Staatsanleihen zu kaufen,
  • oder zu einer restriktiveren Geldpolitik zurückkehrt.

Die Finanzmärkte werden mit Aufmerksamkeit verfolgen, wie weit die Versuche der politischen Einflussnahme beim Fed gehen werden und ob die US-Zentralbank weiterhin beide Ziele ihres Mandates verfolgen wird.

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Die Finanzmärkte setzen ihre Rally fort

Die Aktienmärkte befinden sich in einer Rally, seit der US-Präsident die Einführung der reziproken

4. CIO Update Abbildung 5
4. CIO Update Abbildung 5

Abbildung 5: Die Aktienmärkte befinden sich seit dem 9. April in einer Rally. In Lokalwährung hat insbesondere der US-Markt stark aufgeholt. Quellen: Bloomberg, Swiss Life Wealth Managers

War die Rally zunächst durch die Hoffnung auf eine Verhandlungslösung des Zollstreits getrieben, wurde sie mit den ersten Einigungen durch sinkende Unsicherheit weitergetragen. Eine gute Berichtsperiode zu den Firmenergebnissen im zweiten Quartal nährte die Zuversicht, dass die Firmengewinne stärker wachsen als erwartet, wovon vor allem der US-Markt profitiert hat.

Bisher geniesst das Fed das Vertrauen der Finanzmärkte. Die erste Zinssenkung dieses Jahres und die Aussicht auf weitere Zinssenkungen wurden daher positiv aufgenommen: Sinkende Finanzierungskosten stärken die Gewinne amerikanischer Firmen, während ein fallender US-Dollar zusätzlich unterstützt.

Die USD-Zinsen schwanken mit den wechselnden Erwartungen an die Zinssenkungen des Fed. Kurz laufende USD-Anleihen sollten zunächst von fallenden Zinsen profitieren, bei lang laufenden USD-Anleihen wird sich irgendwann die Sorge vor einer steigenden Inflation durchsetzen.

Die zehnjährigen Zinsen auf Schweizer Staatsanleihen sind infolge der eingetrübten Wirtschaftsaussichten nach dem Zollschock auf ca. 0,2% gefallen und wirken für Anlegerinnen und Anleger wenig attraktiv.

Immobilien bieten auf diesem Zinsniveau im Vergleich zu Anleihen interessante Erträge.

Gold ist diejenige Anlage, die sowohl von steigenden US-Inflationserwartungen, von fallenden US-Realzinsen als auch vom fallenden US-Dollar profitiert. Gold konnte daher seine beeindruckende Rally der letzten zwei Jahre weiter fortsetzen (siehe Abbildung 6). Die Treiber dieser Entwicklung bleiben angesichts der US-Politik weiterhin präsent.

4. CIO Update Abbildung 6
4. CIO Update Abbildung 6

Abbildung 6: Gold hat seine Rally der letzten zwei Jahre auch seit dem Sommer fortgesetzt. Dabei ist die Preissteigerung von Gold nicht nur eine Folge des schwachen US-Dollars, wie die Wertentwicklung in Schweizer Franken demonstriert. Quellen: Bloomberg, Swiss Life Wealth Managers

Wie sollten sich Anlegerinnen und Anleger verhalten?

Viele Anleger werden sich fragen, ob jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um Anlagerisiken einzugehen. Um ehrlich zu sein, gilt mittelfristig meine Sorge jedoch eher den sehr defensiven Anlegerinnen und Anlegern, die bei niedrigen Zinsen, vor allem niedrigen Realzinsen, ihr Geld auf dem Sparkonto oder in Obligationen angelegt haben.

Wer den Anlagehorizont und die Risikofähigkeit sowie die Risikobereitschaft hat, mit einem dynamischeren Profil anzulegen, wird von deutlich höheren Renditechancen profitieren.

Gerade in unsicheren Zeiten ist es entscheidend, Ruhe zu bewahren und sich auf die langfristige Strategie zu besinnen.

Gezielte Anlageerfolge unabhängig von der Wirtschaftslage 

Konkrete finanzielle Ziele mit einer Anlagestrategie erreichen, die genau auf Sie und Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist: Erfahren Sie mehr darüber, wie Sie unabhängig von der aktuellen Wirtschaftslage gezielt zum Anlageerfolg gelangen – zum Beispiel in einem kostenlosen Erstgespräch oder im Merkblatt «Anlagestrategie».  

Porträtbild von Dr. Peter Kaste, Leiter Financial Engineering bei Swiss Life Asset Managers

Dr. Peter Kaste

Chief Investment Officer Swiss Life Wealth Management AG

Dr. Peter Kaste ist Chief Investment Officer bei der Swiss Life Wealth Management AG. Er ist promovierter Physiker, CFA Charterholder, Mitglied der Swiss CFA Society sowie Dozent an der Hochschule Luzern – Wirtschaft. Nach seiner Promotion war Peter Kaste während mehrerer Jahre als Wissenschaftler an der École Polytechnique (Paris) sowie an der ETH Zürich tätig. Seit 2006 arbeitet er im Asset Management. Von 2008 bis 2023 baute er das Quantitative-Research-Team von Swiss Life Asset Managers auf und leitete es. Seit 2024 leitet er als Chief Investment Officer das Investment Management von Swiss Life Wealth Managers.

Hinweis: Die aufgeführten Angaben dienen lediglich Informationszwecken und sind ohne Gewähr und Haftung. Sie begründen weder ein Angebot, eine Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Erwerb oder zur Veräusserung von Finanzinstrumenten oder zum Abschluss von anderen Rechtsgeschäften. Dieser Beitrag enthält zukunftsgerichtete Aussagen, welche unsere Einschätzung und unsere Erwartungen zu einem bestimmten Zeitpunkt ausdrücken. Dabei können verschiedene Risiken, Unsicherheiten und andere Einflussfaktoren dazu führen, dass die tatsächlichen Entwicklungen und Resultate sich von unseren Erwartungen deutlich unterscheiden. Die vergangene Performance ist kein Indikator für laufende und zukünftige Entwicklungen und Ergebnisse. Investitionen in Finanzprodukte sind mit unterschiedlichen Risiken verbunden, wozu auch der potenzielle Verlust des eingesetzten Kapitals gehört.

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