Swiss Life-Chefökonom Marc Brütsch und Swiss Life Wealth Managers-CIO Dr. Peter Kaste beleuchten im aktuellen Quartalsvideo, was uns im 3. Quartal 2026 an den Finanzmärkten erwartet, und erläutern, was für Anlegerinnen und Anleger aktuell und in den kommenden Monaten wichtig ist.
Zwischen Boom und Beben: Finanzmärkte vor Richtungsentscheid
Die vergangenen sechs Monate haben gezeigt, wie rasch sich Konjunktur- und Marktbedingungen verändern können: Steigende Energiepreise, anhaltender Inflationsdruck und geopolitische Spannungen haben die Weltwirtschaft geprägt.
Während die Aktienmärkte zunächst unter Druck gerieten, zeigten sie sich seit April überraschend widerstandsfähig. An den Anleihemärkten blieb eine nachhaltige Erholung hingegen weitgehend aus.
In den kommenden drei Monaten fokussiert sich die Aufmerksamkeit vor allem auf den Nahen Osten, die Inflationsentwicklung, auf die geldpolitischen Signale der Notenbanken sowie die weitere Investitionstätigkeit, insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz – eine entscheidende Phase für Wirtschaft und Märkte.
Für Anlegerinnen und Anleger bieten sich weiterhin Chancen, doch sie erfordern Selektivität, Disziplin und ein klares Verständnis des eigenen Risikoprofils. Wer kurzfristige Schwankungen richtig einordnet, statt ihnen hinterherzulaufen, kann jedoch auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld Opportunitäten nutzen.
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Die ersten sechs Monate 2026 waren geprägt von geopolitischen Spannungen, steigenden Energiepreisen und veränderten Zinserwartungen. Der Irankonflikt erhöhte den Inflationsdruck markant und verschob die Erwartungen an die Geldpolitik. Dies führte zu unterschiedlichen Entwicklungen von Anleihen und Aktien.
- Geopolitik: Der Irankrieg und die damit einhergehende Unsicherheit im Nahen Osten belasteten Wirtschaft und Märkte.
- Inflation und Zinsen: Höhere Energiepreise verstärkten den Inflationsdruck, erwartete Geldpolitik wird weniger expansiv.
- Anleihen: Steigende Zinsen setzten die Kurse unter Druck.
- Aktien: Nach anfänglicher Schwäche erholen sich die Aktienmärkte seit April kräftig, gestützt durch Hoffnungen auf ein Ende des Irankriegs und starke Unternehmensgewinne.
Unser Basisszenario geht von einem moderaten wirtschaftlichen Aufschwung aus. Eine anhaltende Öffnung der Strasse von Hormus und eine robuste Privatwirtschaft, die das Wachstum stützt, sind zentral.
Geopolitische Unsicherheiten bleiben ein wichtiger Risikofaktor, während China an Bedeutung gewinnt und den globalen Wettbewerbsdruck erhöht.
- Wirtschaft: Der moderate Aufschwung dürfte sich fortsetzen, gestützt von einem widerstandsfähigen Privatsektor und hoher Investitionstätigkeit.
- Geopolitik: Die Lage bleibt fragil. Trotz Deeskalationsbemühungen könnte ein Wiederanstieg der Spannungen die Energieversorgung und den Handel erneut belasten.
- Inflation: Die Inflation dürfte nach dem temporären Energiepreisanstieg zurückgehen.
- Finanzmärkte: Im Basisszenario erwirtschaften die Kapitalmärkte solide Renditen, insbesondere Aktien und Realwerte. Geopolitische Entwicklungen und Zinsbewegungen dürften jedoch weiterhin massgeblich bestimmen, wie sich die Märkte entwickeln.
- Anlageklassen: Unterschiede zwischen Aktien, Anleihen, Immobilien und Rohwaren bleiben bestehen. Treten Alternativszenarien ein, könnten diese für erhöhte Volatilität sorgen.
Gerade in einem herausfordernden Marktumfeld ist eine klare Anlagestrategie entscheidend. Sie schafft Orientierung, hilft, Risiken einzuordnen, und verhindert, dass kurzfristige Marktbewegungen zu vorschnellen Entscheidungen führen.
- Strategie: Eine klare Anlagestrategie bildet die Grundlage für fundierte Anlageentscheidungen.
- Disziplin: In volatilen Marktphasen ist es wichtig, sich nicht von Schlagzeilen und Angstmacherei beeinflussen zu lassen, sondern an Ihrem langfristigen Plan festzuhalten.
- Einordnung: Szenarien helfen, Risiken und Chancen besser zu verstehen.
- Perspektive: Kurzfristige Schwankungen sollten nicht überbewertet werden. Der langfristige Anlagehorizont bleibt relevant.
Szenarien sind ein zentrales Instrument für Anlagerinnen und Anleger – ganz besonders in einer dynamischen, von Unsicherheiten geprägten Welt.
Szenarien helfen, Unsicherheiten strukturiert einzuordnen und mögliche Entwicklungen frühzeitig mitzudenken. Sie zeigen nicht nur, was wahrscheinlich ist, sondern auch, welche Chancen und Risiken entstehen können, wenn sich das Umfeld anders entwickelt als erwartet.
- Einordnung: Szenarien schaffen Orientierung und zeigen, was geschehen könnte, wenn sich verschiedene relevante Faktoren unterschiedlich entwickeln.
- Vorbereitung: Sie helfen, mögliche Entwicklungen und deren Folgen für Wirtschaft und Märkte frühzeitig zu antizipieren.
- Entscheidungsgrundlage: Szenarien schaffen eine fundierte Basis für Anlageentscheide und helfen, Portfolios gezielt auszurichten.
Die aktuellen Mittelfristszenarien der Swiss Life-Gruppe zeigen, welche Entwicklungen Wirtschaft und Finanzmärkte in den nächsten drei Jahren prägen könnten, inklusive einer Einschätzung dazu, wie künstliche Intelligenz Marktstrukturen, Unternehmensgewinne und Anlagechancen beeinflusst.
Szenarien machen sichtbar, wie sich Wirtschaft und Märkte unter verschiedenen Annahmen entwickeln könnten. Dadurch lassen sich mögliche Marktverläufe besser vergleichen und Portfolios gezielter ausrichten.
- Vergleich: Szenarien zeigen, wie verschiedene Entwicklungen einzelne Anlageklassen unterschiedlich beeinflussen können.
- Positionierung: Sie unterstützen dabei, Portfolios stabil und zukunftsgerichtet aufzustellen und Chancen gezielt zu nutzen.
- Risikobewusstsein: Sie schärfen den Blick für Risiken, ohne den langfristigen Anlagefokus zu verlieren.