Erfahren Sie in diesem Deep Dive, wie Gold entsteht.

Eisen ist das chemische Element mit der höchsten Bindungsenergie im Atomkern.
Fast alle Elemente, die schwerer sind als Eisen, entstehen durch Neutroneneinfangprozesse. Diese können entweder langsam oder schnell  ablaufen.
Goldatome entstehen durch den schnellen Neutroneneinfangprozess aus einem leichteren Ausgangselement, z. B. Eisen, wenn hierdurch ein instabiles Isotop dieses Ausgangselementes mit der Massenzahl von Gold entsteht.
Dieses Isotop von Eisen hat viel zu viele Neutronen im Atomkern, um stabil zu sein, und zerfällt durch eine Folge von β--Zerfällen.
Bei jedem solchen Zerfall wandelt sich ein Neutron unter Aussendung eines Elektrons und eines Elektron-Antineutrinos in ein Proton.
Dabei bleibt die Massenzahl des Atomkerns gleich, aber die Ordnungszahl erhöht sich um eins, wodurch der Atomkern zu einem anderen chemischen Element wird und im Periodensystem der Elemente um eins nach rechts rückt.
Dies wiederholt sich so lange, bis der stabile Atomkern der entsprechenden Massenzahl erreicht ist.

Abbildung 1: Im Periodensystem der Elemente ist Gold in der elften Gruppe unterhalb von Kupfer und Silber sowie in der sechsten Periode zwischen Platin und Quecksilber zu finden. Wie seine Nachbarn auch ist Gold ein sogenanntes Übergangsmetall. Quelle: de.serlo.org, Swiss Life Wealth Managers
Abbildung 1: Im Periodensystem der Elemente ist Gold in der elften Gruppe unterhalb von Kupfer und Silber sowie in der sechsten Periode zwischen Platin und Quecksilber zu finden. Wie seine Nachbarn auch ist Gold ein sogenanntes Übergangsmetall. Quelle: de.serlo.org, Swiss Life Wealth Managers

Abbildung 1: Im Periodensystem der Elemente ist Gold in der elften Gruppe unterhalb von Kupfer und Silber sowie in der sechsten Periode zwischen Platin und Quecksilber zu finden. Wie seine Nachbarn auch ist Gold ein sogenanntes Übergangsmetall. Quelle: de.serlo.org, Swiss Life Wealth Managers

Warum ist Gold so selten?

Auf der Erde selbst entstehen keine neuen Goldatome durch natürliche Prozesse. Wie aber ist Gold Bestandteil unserer Erde geworden? Alles Gold der Erde ist galaktischen Ursprungs und wurde bei der Entstehung der Erde eingelagert. Ein Teil des Goldes, das durch die drei erwähnten astronomischen Prozesse entstanden ist und ins Universum geschleudert wurde, wurde Teil der interstellaren Materie, aus der vor ca. 4,5 Milliarden Jahren unser Sonnensystem und unsere Erde entstanden sind.

Als die Erde noch flüssig war, sank der grösste Teil des Goldes aufgrund seiner hohen Dichte wohl tief ins Erdinnere ab. Ein kleinerer Teil blieb bei der Abkühlung und Erhärtung jedoch in der Erdkruste. Spätere Asteroideneinschläge können weiteres Gold in die Erdoberfläche gebracht haben.

Wie viel Gold die Erde insgesamt enthält, ist nicht bekannt. Schliesslich befindet sich der grösste Teil wohl unerreichbar im Erdinneren. Der World Gold Council schätzt, dass in der gesamten Menschheitsgeschichte bis Ende 2024 insgesamt 216 265 Tonnen Gold gefördert worden sind, davon ca. zwei Drittel nach 1950. Würde man dieses Gold zu einem Würfel mit gleichen Seitenlängen aufschichten, hätte er eine Kantenlänge von gerade einmal 22 Metern – also in etwa die Höhe eines siebenstöckigen Gebäudes.

Fun Fact: Zwar gelang es dem japanischen Kernphysiker Hantaro Nagaoka im Jahr 1924, Goldatome im Labor zu erzeugen – allerdings nur durch einen so hohen Aufwand, dass das Ganze absolut unrentabel wurde.